Dr. med. Gerhard H. H. Müller-Schwefe Schmerzzentrum Göppingen

Akuter- und Chronischer Schmerz

Akuter Schmerz

Das Schmerzsystem ist mit einer Alarmanlage vergleichbar. Es wird durch Schadreize in Geweben 1 aktiviert. Umgeschaltet werden die Impulse im Rückenmark 2. Von dieser Station strömen die Signale zum Gehirn 3. Dort werden sie weiter verarbeitet und gelangen in das Bewusstsein. Der Körper reagiert: Der Blutdruck steigt, Hormone werden ausgeschüttet – Alarmzustand. Das Gehirn schickt aber auch hemmende Signale, um das Alarmsystem wieder zu dämpfen. Es aktiviert das Opiat-System, das so genannte Endorphine produziert.

3Das Verarbeitungssystem im Gehirn

Im so genannten Thalamus gelangen Schmerzimpulse in das Bewusstsein. Sie werden in verschiedenen Regionen verarbeitet. Die emotionale Bewertung erfolgt im limbischen System. Dann
springt entweder die Schmerzhemmung an oder der Körper wird in Alarmbereitschaft versetzt.

Thalamus

 

 

 

Hemmender Impuls




Querschnitt durch das Rückenmark Nervenzelle Verbindung zwischen
Nervenzellen
Querschnitt durch das Rückenmark Nervenzelle Verbindung Nervenzellen

2Die Umschaltstation im Rückenmark
A Schmerzimpulse treffen über Nervenbahnen (rot) von den Schmerzfühlern im
 Rückenmark ein. Dort werden sie auf andere Nervenzellen umgeschaltet und zum Gehirn weitergeleitet. Das Gehirn reagiert darauf mit der Aktivierung der körpereigenen Schmerzhemmsysteme: Es schickt dämpfende Signale zur „Relaisstation“ im Rückenmark (blaue Bahn). So werden Schmerzimpulse kontrolliert.
B Nervenzelle im Rückenmark. An ihren verzweigten Ausläufern (Dendriten) 
 enden  die Ausläufer anderer Nervenzellen, die verstärkende oder hemmende Signale übermitteln. Hemmende Impulse vom Gehirn bremsen die Weitergabe der Schmerzreize.
C Signale zwischen zwei Nervenzellen werden chemisch übertragen. Dies
 geschieht an so genannten Synapsen. Je stärker der Impuls, desto mehr Botenstoffe werden in den dünnen Spalt zwischen Zellen freigesetzt. Die Botenstoffe docken dann an einer Bindungsstelle (Rezeptor) an. Dieser wird angeregt und leitet den Impuls weiter. Die körpereigene Schmerzhemmung sorgt dafür, dass die Produktion dieser Botenstoffe gedrosselt wird.

1 Der Schmerzfühler im Gewebe


Haut mit Schmerzfühler


Schmerzfühler
A In allen Geweben und Organen des
 Körpers sitzen Schmerzfühler (Nozizeptoren). Ihre verzweigten Endigungen werden durch Verletzungen, z.B. einen Nadelstich, aber auch durch chemische Reize, Hitze oder Druck aktiviert.
Haut mit Schmerzfühler Schmerzfühler
B Nozizeptoren senden elektrische Impulse über lange  Leitungsbahnen zum
Rückenmark.



Chronischer Schmerz

Wenn Schmerzreize ständig auf das Schmerzsystem einprasseln, weil die Ursache nicht heilt 1, etwa bei chronischen Entzündungen, löst dies im Schmerzsystem komplizierte Veränderungen aus. Das Nervensystem wird auf allen Ebenen, im Rückenmark 2 und im Gehirn 3 empfindlicher, und reagiert selbst bei leichten Reizen. Es entsteht ein „Schmerzgedächtnis“. Die körpereigene Schmerzhemmung, das Opiat-System, ist nicht mehr in der Lage, den Daueralarm im Nervensystem wirkungsvoll zu dämpfen.

 

Gehirn
Hemmende Impulse geschwächt

3 Die überforderte Schmerzhemmung

Ständige Schmerzimpulse können die hemmenden Systeme des Gehirns überfordern, sie quasi „ausbrennen“. Andere Sinneseindrücke und psychische Faktoren beeinflussen ebenfalls die Schmerzverarbeitung im Gehirn. Auch sie können Schmerzen verstärken – und ebenso dämpfen.

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